Klimacafe: Kein Kohlekraftwerk in Stade!

Diskussionsveranstaltung
So. 07. Jan. 2018

Hamburg

15:00 Uhr
Seminarraum in der Fabrique/ Gängeviertel, Valentinskamp 48a

Wir schreiben das Jahr 2017. Dass der menschengemachte Klimawandel verhindert werden muss, ist selbst in höchsten Regierungskreisen angekommen. Laut Klimaforscher*innen ist dafür ein Kohleausstieg sofort einzuleiten, spätestens 2030 sollte das letzte Kraftwerk vom Netz gehen. Neue Kraftwerke rentieren sich erst nach 30-40 Jahren und trotzdem will der Chemiekonzern DOW Chemical in Stade ernsthaft ein Kraftwerk bauen, das überwiegend mit Steinkohle befeuert werden soll. Dafür hat er bereits eine Genehmigung erhalten. Diesem Wahnsinn werden wir nicht tatenlos zusehen.


Wer heute noch Kohlekraftwerke baut, geht wissentlich über Leichen!
An vielen Orten der Welt sind die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen akut bedroht. Die beiden Stürme in Nordeuropa dieses Jahr sind nur ein Vorgeschmack. Extremwetter-Ereignisse werden klimabedingt wahrscheinlich zunehmen. Der Klimawandel verschärft globale Ungerechtigkeit. Er zeigt sich global, jedoch im globalen Süden verstärkt. Zustätzlich sind die Menschen dort den Folgen viel schlechter gewappnet. Verantwortlich sind jedoch maßgeblich die Industriestaaten im globalen Norden. Aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Folge gibt es nur noch ein kurzes Zeitfenster, um Maßnahmen gegen einen sich selbst verstärkenden Klimawandel zu ergreifen. Wer also die Bekämpfung des Klimawandels - einer der drängendsten sozialen Fragen der Gegenwart - ernst meint, muss sofort aus der Kohleverstromung aussteigen.


Wer heute noch Kohlekraftwerke zulässt, setzt Profit vor den Klimaschutz!
Von Seiten der zuständigen Behörde wurde das Kohlekraftwerk problemlos genehmigt. Die spätere Klage des BUND ist nun vom Oberverwaltungsgericht abgewiesen worden. Es zeigt sich wieder einmal, dass die in Paris vereinbarten Klimaziele nichts als Lippenbekenntnisse sind. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen, denn sobald Profitinteressen dem Klimaschutz entgegenstehen (und das tun sie fast immer), spielt der Klimaschutz keine Rolle mehr. DOW Chemical ist der zweitgrößte Chemiekonzern der Welt. Mit seinem Standort in Stade zählt er zu den energieintensivsten Unternehmen in der Bundesrepublik. Durch schicke Imagekampagnen versucht DOW, sich einen grünen Anstrich zu geben, setzt aber bei dem geplanten Kraftwerksbau ausgerechnet auf dreckige Kohle, weil sie am billigsten ist.


Wer heute noch Kohlekraftwerke bauen will, kann das nicht ungestört tun!
Diesem Wahnsinn werden wir nicht tatenlos zusehen. Solange die Art der Produktion sich weiter nach Profiten und nicht nach den Bedürfnissen der Menschen richtet und solange die ökologischen Kosten in der Planung keine Rolle spielen, wird es keinen echten Klimaschutz geben können. Wir fordern: System Change - not Climate Change. Als europäische Bewegung für Klimagerechtigkeit haben wird unter anderem mit den Ende Gelände Aktionen in verschiedenen Braunkohlerevieren gezeigt, dass wir in der Lage sind, in den zerstörerischen Normalbetrieb des Kapitalismus einzugreifen. Wir werden in der nächsten Zeit immer wieder unserem Protest vor Ort Ausdruck verleihen.


Wer ein Kohlekraftwerk in Stade verhindern will, muss jetzt loslegen!
Wenn DOW Chemical tatsächlich an den Plänen für ein neues Kohlekraftwerk festhält, müssen auch sie mit massiven Aktionen des zivilen Ungehorsams rechnen. Gemeinsam können wir den Kraftwerksbau stoppen! Wir wollen mit euch bei Kaffee und Kuchen diskutieren, was Strategien und Aktionsformen sein können, um sich gegen den Bau des Kraftwerks zur Wehr zu setzen, und einen ersten Protest vor Ort am  4. Februar vorbereiten:

Klimacafe: Kein Kohlekraftwerk in Stade!
Sonntag 7.1.2018 | 15 Uhr | Seminarraum im Gängeviertel
(Valentinskamp 48a, Fabrique, Dachgeschoss)